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Im 21. Jahrhundert stellt die Digitalisierung einen der zentralen Wachstums- und Innovationstreiber für die Entwicklung von Dienstleistungen dar, wodurch auch neue Möglichkeiten der gemeinsamen Wertschöpfung mit Kunden ermöglicht werden (Ko-Kreation). Jedoch erfordert die Entwicklung digitaler Dienstleistungssysteme auch die Fähigkeit, komplexe sozio-technische Systeme zu gestalten, zu transformieren und dauerhaft erfolgreich zu strukturieren.

Während viele Unternehmen kreative Prozesse wie das Design Thinking und die Geschäftsmodellentwicklung bereits methodisch sicher durchführen, stellt die organisationale und digitale Transformation von Dienstleistungssystemen häufig noch eine große Herausforderung dar, so dass es vielen Initiativen noch an Nachhaltigkeit fehlt. Weiterführende Überlegungen sind notwendig, um innovative Methoden für eine erfolgreiche Durchführung der Transformationsphase zu entwickeln und die Dienstleistungsforschung um neue Theorien und Artefakte zu erweitern.

Der Workshop gliedert sich in zwei Phasen. Zunächst wird die Entwicklung digitaler Dienstleistungssysteme anhand der kürzlich veröffentlichen DIN SPEC 33453 in einem interaktiven Format vermittelt. Im zweiten Teil des Workshops steht die weitere konzeptionelle und methodische Ausgestaltung der Transformationsphase im Vordergrund. Dabei werden Erfolgsfaktoren und Herausforderungen systematisiert, um sodann Prioritäten für eine erfolgreiche Transformation von Dienstleistungssystemen zu erarbeiten und methodische Weiterentwicklungen der Dienstleistungsforschung herauszuarbeiten. So soll die Transformationsphase als eine inhärente Phase der Dienstleistungsentwicklung weiter etabliert und methodisch besser unterstützt werden.

Vorgesehene Zielgruppe

Der Workshop richtet sich an Dienstleistungsforscher*innen sowie an Entscheider*innen, die sich mit der Entwicklung digitaler Dienstleistungssysteme befassen und vor der Herausforderung stehen, bestehende Organisationsstrukturen und -abläufe im laufenden Betrieb zu transformieren. Dabei sollen gleichermaßen Teilnehmer angesprochen werden, die bereits digitale Dienstleistungen anbieten, als auch produzierende Unternehmen, die ihr Leistungsangebot um digitale Dienstleistungen erweitern bzw. ihr Geschäftsmodell transformieren wollen. Zudem sind alle Teilnehmer der WI2020 herzlich willkommen, gemeinsam über Herausforderungen, Strategien und Methoden für die digitale Transformation von Dienstleistungssystemen zu diskutieren und neue Ideen zu skizzieren.

Durchführende Organisationen

Universität Paderborn | Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik, insb. Betriebliche Informationssysteme | Prof. Dr. Daniel Beverungen Ruhr-Universität Bochum | Lehrstuhl für Industrial Sales and Service Engineering | Prof. Dr. Jens Pöppelbuß

Kurzbiographie der verantwortlichen Organisatoren

Prof. Dr. Daniel Beverungen leitet den Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik, insb. Betriebliche Informationssysteme, an der Universität Paderborn. Seine Forschungsschwerpunkte umfassen die Dienstleistungsforschung, das Geschäftsprozessmanagement, die Informationsmodellierung sowie die Gestaltung und die Grenzen der Gestaltbarkeit innovativer Informationssysteme. Seine Forschungsergebnisse wurden in referierten Fachzeitschriften veröffentlicht und auf zahlreichen nationalen und internationalen Konferenzen präsentiert. Auch war er federführend an der Entwicklung von Industriestandards zu technischen Dienstleistungen (z.B. DIN SPEC 33453, DIN PAS 1082, DIN PAS 1091, DIN PAS 1094) beteiligt. Er ist Mitherausgeber der Fachzeitschrift BISE sowie Gastherausgeber für das ISJ und für Electronic Markets. Im Verbundforschungsprojekt DIGIVATION entwickeln Verena Wolf, Christian Bartelheimer und Prof. Dr. Beverungen neue Konzepte und Methoden für die Entwicklung und die Transformation digitaler Dienstleistungssysteme und vernetzen so 23 BMBF-Projekte.

Prof. Dr. Jens Pöppelbuß leitet den Lehrstuhl für Industrial Sales and Service Engineering in der Fakultät für Maschinenbau an der Ruhr-Universität Bochum. Seine Forschungsschwerpunkte umfassen das industrielle Kunden-, Vertriebs- und Dienstleistungs-management. Er konzentriert sich hierbei insbesondere auf die Fragestellung, wie Dienstleistungsinnovationsprozesse in Industrieunternehmen methodisch und technisch unterstützt und weiterentwickelt werden können. Seine Forschungsergebnisse wurden in referierten Fachzeitschriften veröffentlicht und auf nationalen und internationalen Konferenzen präsentiert. Gemeinsam mit Prof. Dr. Daniel Beverungen arbeitete er an der Entwicklung von Standards (DIN SPEC 33453, DIN PAS 1091) zur Dienstleistungsinnovation und gab mit ihm ein Special Issue im ISJ zu „Smart Service Systems“ heraus. Im Verbundprojekt retrosmart (Smart-Service-Retrofits für höchste Verfügbarkeiten von Maschinen und Anlagen) entwickelt er gemeinsam mit David Jaspert und weiteren Projektpartnern eine Vorgehensweise, welche es Herstellern ermöglicht, ältere Maschinen und Anlagen durch eine nachträgliche Aufrüstung mit Hard- und Software bereit für die Erbringung von Smart Services machen.